Shotokan Karate - kurzer geschichtlicher Abriss

Karate entstand auf Okinawa als Symbiose aus den Einheimischen Kampfkünsten und chinesischen Einflüssen. Bevor Anfang des 20. Jahrhunders das Karate an den Schulen Okinawas öffentlich gemacht wurde, trainierten Praktizierende des Karate ihre Kunst heimlich. Ein Lehrer hatte nur eine handvoll Schüler. Jeder erfuhr einen individuellen Unterricht. Dies funktionierte mit großen Schulklassen nicht mehr. Aus dieser Tatsache heraus, fingen die Meister an ein einheitliches Lehrsystem zu entwickeln.
Ab den 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts reisten einige Okinawanische Karatemeister auf das japanische Festland, um Karate in Japan zu lehren. Einer von ihnen, Funakoshi Gichin gilt heutzutage allgemein als Vater des modernen Karate. Er eröffnete in Tokio ein Dojo, das Shotokan. Des weiteren unterichtete er seine Kunst an vielen Tokioer Universitäten. Obwohl es für Funakoshi nur ein Karate gab und er von der Abgrenzung einzelner Stile nicht viel hielt, stilisierten seine Schüler, nachdem das Shotokan im Krieg bei einem Bombenangriff zerstört wurde, Funakoshis Lehren zum Shotokan Karate.
In den 50iger Jahren gründeten seine Schüler einen nationalen Verband, die Japan Karate Association (JKA) Hier begannen Funakoshis Schüler das Karate zu verändern, sportwissenschaftlich zu ergründen und nach den gewonnenen Erkenntnissen entsprechend anzupassen. Es wurde eine einheitliche Ausbildung von Karatelehrern in Form der berühmten Instruktoren Klassen geschaffen, die ihre fertig ausgebildeten Lehrer in die ganze Welt entsandten.
Das Shotokan Karate wie es heute gelehrt wird, basiert immer noch zu 90% auf den Lehren der JKA, da diese fast 30 Jahre lang die Entwicklung des Karate prägte. Es wurden Wettkampfregel für das Kumite erschaffen und zum Zwecke der besseren Beurteilung der Kata bei Wettkämpfen wurden diese vereinheitlicht.
Mit der Zeit kam es immer häufiger zu Abspaltungen von der JKA. Das hatte leider oft auch verbandspolitische Hintergründe. So ist es zu erklären, das heute eine große Anzahl an internationalen Shotokan Weltverbänden existiert. Beispiele sind die JKA, SKIF, JKS, IJKA, ITKF, ISKF, JSKA, KWF, WSKF. Diese Verbände werden jedoch ausnahmslos von namhaften Absolventen der JKA Instruktorenausbildung geführt und haben alle den selben Ursprung.